Der kürzlich veröffentlichte „Q3 2025 Biopharmaceutical Licensing and Venture Capital Report“ von JPMorgan Chase zeigt, dass die aktuelle Finanzlandschaft der Biopharmabranche ein Nebeneinander von knapperen Risikokapitalinvestitionen und aktiven Fusionen und Übernahmen sowie Lizenzierungen aufweist. Steigende Zinsen und regulatorische Unsicherheit haben zu einer vorsichtigeren Kapitalallokation geführt, wobei die gesamten Risikokapitalinvestitionen auf den niedrigsten Stand seit dem dritten Quartal 2022 gefallen sind. Fusionen und Übernahmen sowie Lizenzierungstransaktionen sind für Unternehmen zu einer Kernstrategie geworden, um ihre Produktpipelines zu ergänzen und das Wachstum voranzutreiben.

Daten zeigen, dass sich die Risikokapitalinvestitionen in der Biopharmazie im dritten Quartal 2025 auf insgesamt 5,8 Milliarden US-Dollar beliefen, während die IPO-Aktivität im gleichen Zeitraum zu den schwächsten Jahren seit 2010 gehörte. Die Mittelzuflüsse begünstigten eindeutig Projekte in späteren Phasen: Der Medianwert der Finanzierungsrunden der Phase II stieg von 50 Millionen US-Dollar im Jahr 2024 auf 63 Millionen US-Dollar im dritten Quartal 2025. Finanzierungen der Serie B+ dominierten die Aktivität mit insgesamt 11,1 Milliarden US-Dollar und vergrößerten damit die Lücke zu den Seed-/Series-A-Runden in der Frühphase. Der Gesamtwert der Lizenztransaktionen in der Biopharmazie erreichte unterdessen 181,5 Milliarden US-Dollar. Der Wettbewerb zwischen großen Unternehmen trieb die durchschnittliche Vorauszahlung für Projekte der Phase I auf 350 Millionen US-Dollar, mehr als eine Verdoppelung gegenüber 2024. F&E-Kooperationen in den Bereichen Fettleibigkeit und Diabetes waren besonders prominent: 18 Deals mit einem potenziellen Gesamtwert von 18,2 Milliarden US-Dollar und 2,7 Milliarden US-Dollar an Vorauszahlungen in bar und Eigenkapital. Biologika wie Antikörper-Wirkstoff-Konjugate führten sowohl die Risikokapitalinvestitionen als auch die Lizenzvorauszahlungen an.
Im M&A-Markt wird das Transaktionsvolumen im Jahr 2025 voraussichtlich das des gesamten Jahres 2024 übersteigen. Dabei entfallen 57 % auf kleine und mittlere Biopharmaunternehmen. Ein Bericht von JPMorgan Chase betont, dass Unternehmen auf das veränderte Finanzierungsumfeld reagieren, indem sie Anlagen im Spätstadium mit klaren klinischen Ansätzen und soliden Daten priorisieren und sich gleichzeitig auf etablierte Therapiebereiche und innovative Modelle konzentrieren. Der Bericht stellt fest, dass dieser strategische Wandel wichtige Erkenntnisse für die strategische Planung der Branche liefert und prognostiziert, dass sich das Kapital künftig stärker auf risikoarme, aber vielversprechende Bereiche konzentrieren wird.









