Britische Forscher haben die groß angelegte Studie EJS ACT-PD gestartet, um zu prüfen, ob verschiedene Parkinson-Therapien den Krankheitsverlauf verlangsamen oder stoppen können. Die Studie nutzt einen innovativen „Basket-Trial“-Ansatz, rekrutiert rund 1.600 Patienten und kostet 26 Millionen Pfund (35 Millionen US-Dollar). Zunächst werden zwei etablierte Medikamente, Telmisartan (gegen Blutdruck) und Terazosin (gegen benigne Prostatahyperplasie), getestet, um ihr Potenzial für die Umwidmung als Parkinson-Therapie zu bewerten und sie mit Placebo zu vergleichen.

Laut den beiden leitenden Forschern Professor Thomas Fortini und Professor Camille Carroll soll im nächsten Jahr ein drittes Medikament, Ursodeoxycholsäure (UDCA, gegen Lebererkrankungen), in den Test aufgenommen werden. Weitere Kandidaten könnten in Zukunft hinzukommen. Das Studiendesign ist flexibel und ermöglicht den Patienten einen Medikamentenwechsel sowie eine sechsmonatige Nachuntersuchung über einen Zeitraum von bis zu drei Jahren. Besonderes Augenmerk wird auf die Rekrutierung von Patienten mit unterschiedlichem Hintergrund, Alter über 30 Jahren und unterschiedlicher Behandlungshistorie gelegt, um die Parkinson-Patientenpopulation in Großbritannien umfassend zu repräsentieren. Zudem sollen die Studieninfrastruktur und das Standortnetzwerk dauerhaft bestehen bleiben, um die schnelle Erprobung anderer Therapien zu ermöglichen.
Graham Edwins, der erste Patient, der die Studie rekrutierte, sagte, die Teilnahme an der Studie sei ein Weg, sich gegen die Parkinson-Krankheit zu wehren. Auch wenn er selbst nicht direkt davon profitierte, hoffte er, eine mögliche Behandlung oder Heilung für andere Menschen nach ihm zu ermöglichen. Parkinson ist eine der am schnellsten wachsenden neurologischen Erkrankungen und betrifft allein in Großbritannien 166.000 Menschen. Die Studie wurde vom University College London gesponsert und von mehreren Institutionen finanziert.









