Die MTN Group, Afrikas größter Mobilfunkanbieter, betonte, dass künstliche Intelligenz (KI) ein wirksames Instrument für inklusives Wachstum in Afrika sein könne. Der Kontinent stehe jedoch vor dringenden Herausforderungen und müsse sofort handeln, um eine Verschärfung der Ungleichheit und eine digitale Unterschicht zu vermeiden. Auf dem Inclusive Growth Forum der Kalema Motlanthe Foundation erklärte Ralph Mupita, Präsident und CEO der MTN Group: „Wir müssen konzentriert bleiben, um in diesem Wettlauf gegen die Zeit nicht zurückzufallen.“

Mupita wies darauf hin, dass Afrika in sechs Schlüsselbereichen rasch handeln muss, um inklusive KI zu erreichen. Die größte Herausforderung ist die Stromversorgung. Die Internationale Energieagentur prognostiziert, dass Afrika Investitionen von über 200 Milliarden US-Dollar benötigen wird, um seine Energie- und Klimaziele bis 2030 zu erreichen. Gleichzeitig erleben Rechenzentren einen sprunghaft ansteigenden Strombedarf. Daten des Internationalen Währungsfonds zeigen, dass ihr Stromverbrauch bereits jetzt mit dem einiger der größten Volkswirtschaften vergleichbar ist und sich bis 2030 voraussichtlich verdreifachen wird. Mupita betonte, dass Afrikas Rechenzentrumskapazität weniger als 2 % der weltweiten Kapazität ausmacht und dass neben Glasfaser- und Unterseekabeln erhebliche Investitionen in die digitale Infrastruktur erforderlich sind. Die Internationale Fernmeldeunion hat geschätzt, dass Afrika bis 2030 rund 96 Milliarden US-Dollar benötigen wird, um die Investitionslücke für die digitale Infrastruktur zu schließen.
Afrika verfügt über mehr als 2.000 Sprachen, doch die gängigen groß angelegten Sprachmodelle (LLMs) unterstützen weniger als 2 % davon. Mupita reagierte auf Nigerias Aufruf und unterstützte die Sammlung afrikanischer Sprachdatensätze, einschließlich der Finanzierung akademischer Forschung. Er betonte die Notwendigkeit, die Entwicklung einheimischer LLMs in Afrika zu beschleunigen, um KI-gestützte Lösungen für die 1,5 Milliarden Menschen bereitzustellen. Darüber hinaus forderte Mupita die Entwicklung digitaler und KI-Kompetenzen, um Afrikas Nachwuchstalente zu stärken. Prognosen zufolge werden afrikanische Jugendliche bis 2050 die weltweit größte Erwerbsbevölkerung stellen und bis 2030 werden in Afrika südlich der Sahara 230 Millionen neue digitale Arbeitsplätze geschaffen.
Mupita ist überzeugt, dass künstliche Intelligenz der Schlüssel zur Lösung der einzigartigen Herausforderungen Afrikas ist und dass traditionelle und generative KI kombiniert werden müssen, um ihren Nutzen in Bereichen wie Gesundheitswesen, Bildung und Landwirtschaft zu maximieren. Er betonte, dass Partnerschaften für Afrika von entscheidender Bedeutung seien, um KI zu entwickeln und nicht nur zu konsumieren. Regierungen, der Privatsektor und die Zivilgesellschaft müssten in den Bereichen Politik, Datenverwaltung und Kompetenzentwicklung zusammenarbeiten.









