Da der globale Energiebedarf voraussichtlich dramatisch steigen wird, setzen viele Länder auf Kernkraftwerke, um eine sichere, zuverlässige und kohlenstoffarme Energieerzeugung zu gewährleisten. Der Bau neuer Kernkraftwerke ist jedoch keine leichte Aufgabe; es handelt sich um einen äußerst komplexen Prozess, an dem zahlreiche Interessengruppen und Entscheidungsträger beteiligt sind. Während dieses Prozesses sind Sicherheit, Schutz und Qualität für Lizenznehmer, Regierungen und Atomaufsichtsbehörden von größter Bedeutung.

Die Umsetzung eines Kernkraftwerks vom Konzept bis zur sicheren Umsetzung stellt Projektträger vor zahlreiche Herausforderungen. Dazu gehören die Suche nach einem geeigneten Standort, die Sicherung der Finanzierung, die Einholung der erforderlichen Genehmigungen und die sorgfältige Planung des Bauzeitplans. Unabhängige Assurance-Dienste (IA) spielen während des gesamten Lebenszyklus eines Kernkraftwerksprojekts eine wesentliche und entscheidende Rolle. Sie geben Projektträgern die Gewissheit, dass die Prozesse und Ergebnisse des Projekts den höchsten Sicherheits-, Qualitäts- und gesetzlichen Compliance-Standards entsprechen.
Als IA-Dienstleister gewährleistet TÜV SÜD durch unabhängige Expertenaufsicht die strikte Einhaltung gesetzlicher Vorschriften, Sicherheitsstandards und branchenüblicher Best Practices bei Kernkraftwerksprojekten. Die internen Prüfer agieren als interne „Challenger“ und berichten direkt an die Geschäftsleitung. Gemeinsam identifizieren sie Risiken, überprüfen die Einhaltung der Vorschriften und geben praktische Verbesserungsvorschläge. Die Komplexität des Genehmigungsverfahrens für Kernkraftwerke ist nicht zu unterschätzen, da zahlreiche Sicherheitsanforderungen erfüllt sind, die weltweit nicht standardisiert sind. Verstöße können zu Projektverzögerungen, Bußgeldern und Reputationsrisiken führen.
Ein Beispiel hierfür sind die IA-Dienstleistungen, die TÜV SÜD für Horizon Nuclear Power erbracht hat. Das Unternehmen erstellte eine Informationsbewertung für das Kernkraftwerksprojekt Wylfanuyde auf der walisischen Insel Anglesey. Das Projekt sieht den Bau eines 2.700-Megawatt-Kernkraftwerks mit zwei modernen Siedewasserreaktoren (ABWRs) vor. Damit wäre der erste Einsatz dieser Technologie in Großbritannien möglich. Im Laufe der zweijährigen Zusammenarbeit nutzte TÜV SÜD seine Erfahrung im Betrieb deutscher Siedewasserreaktoren, sein tiefes Verständnis internationaler Codes und Standards sowie seine Vertrautheit mit den britischen nuklearrechtlichen Anforderungen, um Horizon erfolgreich dabei zu unterstützen, sich im komplexen nuklearrechtlichen Umfeld zurechtzufinden, das Prozessmanagement zu stärken, die Effizienz zu verbessern und ein proaktives Risikomanagement sicherzustellen. TÜV SÜD verfügt über mehr als 60 Jahre Erfahrung in der Unterstützung der globalen Kernenergiebranche.









